Sabine Kalicki

Sabine Kalicki

Sabine Kalicki

-hinter dem Haus in der frühen Sonne
sah ich den Farn sich entfalten, die Brennessel wachsen
und war, in Augenblicken, reicher…

Christoph Meckel
… So entstand zum Thema Wasser eine ganze Serie, die an experimentelle Kalligraphie denken lässt.
Die Künstlerin Sabine Kalicki meint aber mehr, sie hat sich auf den Weg gemacht, auf die Suche nach Schönheit, Sinn und Form. Sie versucht in ihren Arbeiten Erfahrungen und Bewegendes, Eindrücke und Sinnliches, Außergewöhnliches und Alltägliches niederzuschreiben. Alle zehn Tage beginnt sie ein neues Blatt, sie schreibt Tagebuch, zeichnet täglich ihre Tage auf, Impulse, Linien, Sinnsprüche, Farben und Strukturen, Werdendes und Vergehendes.
Der Zenspruch fumi wa hito na ri – das Geschriebene entspricht dem Schreibenden – kehrt in ihren Blättern immer wieder, mal lesbar, mal unlesbar, immer wieder überschrieben, überzeichnet, die Schichten überlagern sich. Sabine Kalickis künstlerischer Gestaltungswille steht im Schöpferischen Austausch mit der Natur, ihr Garten gibt ihr mentale Befreiung, körperlichen Ausgleich und erdet sie gleichsam.
Zum Auftragen der Farben verwendet Sabine Kalicki Materialien aus der Natur, die sie sowohl in ihrem Garten als auch auf einem Spaziergang, beim Ausschweifen der Gedanken, findet und mit heimnimmt. Es sind vor allem Rohrfedern, die sie klassisch aus Schilf, Chinagras oder auch Liebstöckelhalmen schneidet, oder kleine Hölzchen und Zweige, die auffasern und viele feine Linien wie eine trockene Quaste zeichnen.
Das westliche Ende des Gartens ist von einer aus roten Backsteinen handgelegten Mauer begrenzt, und in der Mitte öffnet sich wie ein ‚Tor zur Welt‘ ein Ausblick und Austritt über das Urstromtal der Randow. Hier beginnt Sabine Kalicki oft ihre Wanderungen in die Landschaft, lässt den Blick schweifen über die Äcker und sanften Hügel am Horizont und zeichnet diese Linien mit dem inneren Auge nach.

Frizzi Krella, aus: Katalog „Kunststück Garten“, 2010

www.sabinekalicki.de

Arbeiten

Garten

 

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